Franz Malik

Dreher. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1908    † 1945

 

Lebenslauf

Franz Malik wurde am 17.6.1908 in Wien geboren. Er arbeitete als Dreher. 1927 schloss er sich der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs, dem republikanischen Schutzbund und der Gewerkschaft der Metallarbeiter an.

"Rote Hilfe", KPÖ-Funktionär, eingezogen in die deutsche Wehrmacht

Ab 1937 war Franz Malik für die "Rote Hilfe" aktiv. Er agierte als KPÖ-Funktionär in Wien-Brigittenau.

Am 25. 3. 1943 wurde er in die deutsche Wehrmacht eingezogen.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 4. 6. 1943 wurde Franz Malik verhaftet und am 8. 3. 1944 gemeinsam mit Bernhard Kratochvil, Johann Pegrisch und Josef Zeiner (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 9.1.1945 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Als im Frühjahr 1942 keine Flugschriften mehr eingingen, beschloss Malik zusammen mit anderen Funktionären, einen eigenen Lit.-Apparat aufzuziehen, und ließ sich zu diesem Zwecke durch Franz Eibel einen Abziehapparat beschaffen. Inzwischen hatte der Angeklagte Malik etwa Anfang 1942 durch den Kommunisten [Ludwig] Führer auch eine Verbindung zu Kommunisten in Klosterneuburg erhalten. Er traf sich dort im April 1942 mit drei Kommunisten und stellte bei dieser Zusammenkunft die Jüdin [Lilli] Zach als seine Verbindungsfrau vor. (…) Schließlich betätigte Malik sich als Soldat während seines ersten Wochenendurlaubs Anfang Mai 1943 für die KPÖ.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Grab

Ursprünglich befand sich das Grab am Wiener Zentralfriedhof, Gruppe 15, 98, später Exhumierung in die Gruppe 40, 32-173.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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